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Wiesmoor 100 Jahre



 


Site erstellt am  27.08.2001

neu  am  10.11.2017

aktualisiert am  15.01.2018



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Vossbarg

10 Jahre Wiesmoor-info     August 2001- August 2011

Im Jahre 1778 bat Rencke Janßen, Sohn einer Strackholter Bauerntochter und des Lengener Dienstknechtes Johan Rencken, um die Ausmessung eines etwa 3 Diemat (ca. 1,5 ha)  großen Heidfeldes 1/2 Meile östlich von Strackholt zur Erbpacht. Rentmeister von Halem befürwortete den Antrag. Landmesser von Northeim wurde am 10. Juni 1778 mit der Vermessung beauftragt. Janßen wurden jedoch  weniger als 3 Diemat zugewiesen, denn es war nicht genügend Sandgrund vorhanden. Außerdem gab es Probleme, weil die Strackholter Bauern dieses Land als Teil ihrer Ochsenweide beanspruchten. In den nächsten beiden  Jahren ging es darüber hin und her, schließlich verglichen sich Janßen und die Strackholter Bauern. Am 24. Juli 1780 misst von Northeim dem Rencke Janßen ein Grundstück von 3 Diemat und 281 Quadratruthen ein. Weitere  Interessenten folgten. Ein Bruder des Rencke Janßen, Claas Janßen, erwarb 1784-86 Land in Voßbarg. Seine Grundstücke lagen nördlich des Mittelweges, wo jetzt Familie Gerdes wohnt und gegenüber, östlich des jetzigen  Zwischenberger Weges, jetzt Eschen (siehe Karte, Grundstücke 13 und 14).

Bis 1787 gehörte Voßbarg zu Strackholt, danach war es selbständig.
Somit wird 1787 als Gründungsjahr Voßbargs angesehen.

Um 1791/92 folgte Otto Christoffers, um 1793/94 Jan Focken und Harm Habben. Danach ging eine Flut von Bewerbungen ein, so daß eine planmässige Aufteilung der Moorflächen in Voßbarg begonnen wurde.


Siedlungskarte von Vossbarg, 1800, StA Aurich, Rep. 244 A 340
Vossbarg Plan

Renckesite
Hausstelle des Rencke Janssen, westlich des Zwischenberger Wegs. Eine nivellierte Stelle im sonst etwas abfallenden Gelände zeigt den  Standort des damaligen Hauses an.


















Anfangs gedieh die neue Kolonie prächtig. Um 1800 gab es zehn Häuser in Voßbarg, 1823 34  Häuser und im Jahre 1852 63 Häuser. Im Jahre 1821 zählte Voßbarg 174 Einwohner, im Jahre 1848 394 Einwohner

Es wurde Moorbrandkultur betrieben. Das Moor wurde nur für den eigenen Hausbrand abgetorft. Es  gab auch keine Möglichkeit, größere Torfmengen abzutransportieren, da keine Fehnkanäle angelegt worden waren. Nach einigen Jahren war der Moorboden ausgelaugt. Auch in Voßbarg, das einen  recht vielversprechenden Start hatte, machte sich Armut breit. Die Familienväter verdingten sich als Tagelöhner bei den Fehncompagnien in Spetzerfehn oder Großefehn. Andere suchten Arbeit als  Erntehelfer in der Marsch oder in Holland.

Viele Kolonisten zogen, nachdem ihre Ländereien unfruchtbar geworden waren, weiter in neuere  Kolonien wie Zwischenbergen und Fiebing (Fam. Zimmermann, beispielsweise). Sie und viele Moorkolonisten aus Vossbarg und anderswo wanderten aber in der zweiten Hälfte des 19.  Jahrhunderts auch aus nach Amerika. Von Golden, Illinois, einer Sammelstelle für Ostfriesen, zogen viele weiter nach Beatrix, Nebraska, und noch heute findet man bei der Zion Evangelical Lutheran Church Namen wie Zimmerman(n), Meints, Remmers, Ideus, Dorn, Parde, Trauernicht  etc., wie man  sie auch im Telefonbuch von Strackholt oder Vossbarg wiederfindet.

Im Jahr 1987 feierte Vossbarg sein zweihundertjähriges Jubiläum.

Vossbarg wurde im Zuge der Gebietsreform von 1972 eingemeindet in die damalige Einheitsgemeinde und heutige Stadt Wiesmoor.

Jantje 100Voßbargs berühmteste Einwohnerin war zweifelsohne “Jantjemöj”. Sie lebte bis zu ihrem 103. Lebensjahr, zuletzt allein, in ihrer kleinen Moorkate am Rande zu Zwischenbergen, um dann zu ihrem Sohn nach Felde zu ziehen, wo sie im Alter von 105 Jahren starb und auf dem Friedhof in Holtrop beerdigt wurde. Das Foto zeigt sie im Kreis der Gratulanten an ihrem 100. Geburtstag.

Bericht eines Zeitzeugen.